arrow-left icon arrow-right icon behance icon cart icon chevron-left icon chevron-right icon comment icon cross-circle icon cross icon expand-less-solid icon expand-less icon expand-more-solid icon expand-more icon facebook icon flickr icon google-plus icon googleplus icon instagram icon kickstarter icon link icon mail icon menu icon minus icon myspace icon payment-amazon_payments icon payment-american_express icon ApplePay payment-cirrus icon payment-diners_club icon payment-discover icon payment-google icon payment-interac icon payment-jcb icon payment-maestro icon payment-master icon payment-paypal icon payment-shopifypay payment-stripe icon payment-visa icon pinterest-circle icon pinterest icon play-circle-fill icon play-circle-outline icon plus-circle icon plus icon rss icon search icon tumblr icon twitter icon vimeo icon vine icon youtube icon

Über uns

Weshalb röstet ein Österreicher in Japan Kaffee

Guten Tag, mein Name ist Günter Mallin.

Viele denken jetzt vielleicht an Wien und seine Kaffeehäuser mit ihrer langen Tradition, welche ich sehr schätze und bei jedem Besuch in Wien genieße. Da ich aber am anderen Ende von Wien, ganz im Westen von Österreich geboren und aufgewachsen bin ist diese Wertschätzung erst später in mir gewachsen.


Der westlichste Teil von Österreich ist geprägt durch hohe Berge, lange Winter mit Nebel in den Tälern, blühende Tage im Frühling, lange heiße Tage im Sommer und ein Herbst der zum Wandern in den Bergen einlädt. Schifahren im Winter und im Sommer ins Freibad, das waren traditionelle Freizeit Aktivitäten. Ebenso traditionell ist es dass die Kühe den Sommer in den Bergen verbringen und die Bauern aus dieser wunderbaren Milch einen Bergkäse von höchster Qualität herstellen. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen was das alles mit Kaffee zu tun hat. Italien, man kann es mit dem Auto in weniger als 3 Stunden erreichen.


Als Kind mochte ich keinen Kaffee oder ich durfte ihn nicht trinken. Als Teenager und junger Erwachsener gab es Filter Kaffee aus der Maschine mit Milch und Zucker oder löslicher Kaffee mit Aufheller aus dem Automat, was damals völlig normal war. Heute würde ich dankend ablehnen und auf diese Getränke verzichten.


Mit der Zeit eroberten die ersten Kaffee Vollautomaten die Haushalte in Europa. Die konnten auf Knopfdruck eine schöne Crema erzeugen, die Qualität des Kaffees wurde aber nicht wirklich besser da die Regale in den Supermärkten immer noch mit den gleichen Kaffee Mischungen der 70er Jahre gefüllt waren.


In den Cafés wurde hauptsächlich Verlängerter (Americano) und Cappuccino zubereitet mit Milchschaum so fest wie Schaumstoff oder mit geschlagener Sahne serviert. Zwischenzeitlich konnte ich bei meinem altem Arbeitgeber die Abteilung wechseln und bereiste dadurch beruflich viele Teile von Europa und andere Teile der Welt. Einige dieser reisen führten mich nach Skandinavien, wo damals schon eine ganz andere Kaffeekultur existierte und bei mir eine gewisse Neugier aktiviert hat.


Viele reisen führten mich auch nach Italien wo der Caffe zum Leben gehört. Wenn die nötige Infrastruktur am Arbeitsort gefehlt hat und es keine Möglichkeit gab in der Vormittags Pause einen Caffe (Espresso) zu trinken dann sind die italienischen Kollegen ins Auto gestiegen und zur nächst gelegen Bar gefahren um dort an der Theke im Stehen ihren Pausen Caffe zu trinken. Zu einem Abendessen gehörte zum Abschluss ein Caffe an der Bar beim Verlassen des Lokals, egal ob es schon kurz vor Mitternacht war. So ist nach und nach meine Liebe zum Caffe, Espresso entstanden. Fortan war für mich nur noch Espresso richtiger Kaffee, da war nicht mit mir zu diskutieren.


In meiner ersten eigenen Wohnung gab es dann auch eine richtige Espresso Maschine mit Portafilter und einer Mühle um den Kaffee frisch für jede Tasse zu mahlen. Wenn jemand einen Verlängerten wollte, was heute noch in Österreich der Standard Kaffee ist, dann, man verzeihe mir meine damalige Unwissenheit, bekam er aus der Espresso Maschine ein Getränk wo das heiße Wasser solange den Kaffee auslaugen durfte bis die Tasse voll war. Geschmacklich war das an Bitterkeit und Säure vermutlich nicht zu überbieten, hiermit möchte ich mich bei allen die es trinken mussten entschuldigen.


Die beruflich bedingten Reisen ins Ausland wurden mit der Zeit weniger da sich meine Aufgaben immer mehr ins Büro verlagerten. Die liebe zum Espresso blieb, was in einem Tageskonsum von bis zu 8 Tassen endete. Auf einer dieser wenigen Reisen lernte ich meine Frau kennen. Sie kommt aus Japan und wollte zum großen Glück von mir in Deutschland studieren. So sind wir uns in Bonn zum ersten Mal begegnet. Meine Frau liebt ebenfalls Italien und so verbrachten wir ein paar verlängerte Wochenenden dort. Ein großes Vergnügen waren auch unsere Reisen nach Japan, wobei es mich am Anfang als Kaffee Verrückter auf eine harte Probe stellte und zugleich neues Interesse weckte, da gab es Cafés die nur Filter Kaffee verkauften.


Auch zurück in Österreich änderten sich sich die Dinge. Die Espresso Maschine wurde professioneller, die Kaffees wurden hochwertiger und es gab in nächster Nähe eine Micro Rösterei die neben Espresso auch Filter Kaffee verkaufte. Was aber noch viel wichtiger war ist die Geburt unserer Tochter. Alle die selber Kinder haben wissen von was ich spreche. Durch unsere Tochter ergab sich ein persönlicher Kontakt zum Besitzer der Rösterei und ich konnte meinen Kaffee Horizont erweitern. Wobei ich beim Espresso immer noch hartnäckig war.


Es gab dann den Zeitpunkt an dem wir uns entschlossen unseren Lebensmittelpunkt nach Japan zu verlegen. In all den Gesprächen wurde mir klar das ich mit dem Umzug mich auch beruflich verändern möchte. So ergab sich das eine mit dem anderen und so verrückt es auch scheinen mag, in Japan wollte ich ein Kaffee eröffnen. Wie ich schon weiter oben geschrieben haben waren meine Kenntnisse über Kaffee schlecht. Das Interesse an Kaffee war größer den je. Ein Barista Kurs musste vor dem Umzug noch gemacht werden.


Durch meinen Kontakt mit dem Röster und kurzer eigener Recherche war dann sofort klar es gibt nur eine Adresse in Österreich wo ich den Barista Kurs machen wollte. Bei einem der besten Schulungszentrum in Europa. Und ich hatte Glück und konnte den Barista Basic und Barista Intermedia bei Goran Huber in seinem Kaffee Institut absolvieren. Durch Goran wurden mir die Augen geöffnet, da ging es nicht einfach darum einen Cappuccino perfekt zuzubereiten und ein paar Barista Basics zu lernen. Bei Goren gibt es das ganze Spektrum was Kaffee betrifft, angefangen von der Botanik über das Rösten von Kaffee bis zur Maschinen Pflege. Da wurde mir klar das es weit mehr als Espresso in der Welt des Kaffees gibt. Es gab da die großartige Möglichkeit an einem Tag Kaffees aus unterschiedlichen Anbau Ländern, von unterschiedlicher Qualität und Verarbeitung nebeneinander zu verkostet und bewerten. Ich war im Kaffee Himmel. Das Interesse an Kaffee wurde immer größer und auch die erste Erfahrungen mit dem Rösten von Kaffee hinterließen Spuren in mir.


Mit meinem Barista Intermedia Diplom in der Tasche ging es los nach Japan, meine Familie wartete da schon auf mich und die Freude sie wieder zu sehen war sehr groß. Dann musste ich seit ewiger Zeit wieder eine Schule besuchen, genauer gesagt eine Sprachschule, mein Japanisch war rudimentär und meine Tochter hatte mich mit ihrem Japanisch schon lange überholt. Es war aber auch ein großes Privileg die ganze Zeit mit meiner Familie verbringen zu können und meine Tochter aufwachsen zu sehen. Die ersten Schritte und Gedanken an das Café wurden auch gemacht.


Dabei wurde das Rösten von Kaffee immer mehr zu einem zentralen Thema. Die erste größere Investition in das Cafe war dann ein Probe Röster von Ikawa und ein paar Kilo Rohkaffee aus einem Internet Shop. Fortan wurde der Kaffee für zu Hause von mir auf dem Probe Röster geröstet. So konnte ich meine Erfahrungen über Rohkaffee, das Rösten und meine sensorischen Fähigkeiten schrittweise verbessern. Auf unseren Ausflügen mit der Familie oder auf dem Weg in die Sprachschule war ich immer auf der Suche nach gutem Kaffee um zu schauen wie er geröstet, zubereitet und getrunken wird.


Langsam wurde es Zeit nach einem geeigneten Lokal zu suchen und das Konzept dafür zu erstellen. Das Konzept war nach den ersten Erfahrungen mit dem Probe Röster und der Cafe Szene schnell klar, ich wollte nicht nur Kaffee zubereiten und verkaufen, ich möchte diesen Kaffee auch selber rösten. Ein passendes Lokal zu finden wahr die viel größere Herausforderung. So kam dann eines zum Anderen und wir mussten aus dem Projekt Rösterei etwas an Geschwindigkeit zurück nehmen. Besondere Umstände führten mich auch zurück zu meiner alten Firma für die ich als Freier Mitarbeiter in Teilen meiner alten Funktion zu arbeiten begann. In dieser Phase wurde mir auch klar das Rösten nur dann Sinn macht wenn ich mein Wissen über Kaffee nochmals bei Goran erweitern kann. Meine Familie gab mir die Möglichkeit im Kaffee Institut von Goran mein Barista Bachelor Diplom zu machen, vielen Dank dafür.


Zurück aus Österreich hat dann das Projekt wieder an Fahrt aufgenommen und durch Zufall konnten wir ein Lokal in Tsushido finden und mieten. Den Rest der Geschichte kann man bei einem Besuch bei den TORA Coffee Roasters selbst erfahren. Das das alles Real wird hätte ich ohne die Unterstützung meiner Frau nie geschafft, vielen, vielen Dank für alles…..

EINKAUFSWAGEN

かごに商品が入っていません。 買い物を続ける